Der Olympiasieger trifft auf den amtierenden Weltmeister
(05.03.2011, CP) Bei den YONEX German Open Badminton Championships 2011 (1. bis 6. März in Mülheim an der Ruhr) kommt es am Finaltag zu einem absoluten „Leckerbissen“: Im Endspiel des Herreneinzel-Wettbewerbs trifft der Olympiasieger von 2008 und dreimalige Weltmeister (2007-2009), Lin Dan aus China, auf seinen Landsmann Chen Jin, der im Sommer 2010 erstmals in seiner Karriere den WM-Titel gewann. Während Lin Dan bei dem für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) bedeutsamsten Turnier seinen vierten Titelgewinn nach 2004, 2005 und 2007 anstrebt, könnte Chen Jin zum zweiten Mal nach 2006 bei der Siegerehrung das oberste Podest erklimmen.
Der topgesetzte Lin Dan verzeichnete ebenso wie sein an Position zwei notierter Nationalmannschaftskollege Chen Jin in der Vorschlussrunde einen souveränen Sieg. Der derzeitige Weltranglistendritte gewann vor 2.300 Zuschauern in der bis auf den letzten Platz gefüllten RWE-Sporthalle gegen den thailändischen Weltranglistensiebten Boonsak Ponsana (Setzplatz 3) mit 21:11, 21:11, Chen Jin (Weltranglistenplatz 6) setzte sich mit 21:14, 21:7 gegen den in Mülheim an der Ruhr an Position vier notierten WM-Dritten Park Sung Hwan aus Korea (Weltranglistenplatz 15) durch.
Im Dameneinzel stehen sich im Endspiel die chinesische Weltranglisten-13. Liu Xin (Setzplatz 5) und die Nummer 42 der Welt, Ayane Kurihara aus Japan, gegenüber. Liu Xin verzeichnete einen Tag nach ihrem Zwei-Satz-Sieg im Viertelfinale über die topgesetzte dreimalige Deutsche Meisterin Juliane Schenk (SG EBT Berlin) einen 21:19, 21:16-Erfolg über die ungesetzte Koreanerin Sung Ji Hyun. Ayane Kurihara, die im Achtelfinale Olga Konon (1. BC Bischmisheim) in drei Durchgängen bezwungen hatte, besiegte Wong Mew Choo aus Malaysia mit 21:18, 21:15.
Ein Badminton-Erlebnis der Extraklasse verspricht auch das – rein koreanische – Finale im Herrendoppel zu werden: Darin trifft die neu zusammengesetzte Paarung Kim Ki Jung/Kim Sa Rang, die am Freitag ihre Viertelfinalpartie gegen die bravourös kämpfenden Deutschen Vizemeister Michael Fuchs und Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim) gewonnen hatte, auf die topgesetzten Weltranglistendritten Jung Jae Sung/Lee Yong Dae. Lee Yong Dae, der Olympiasieger von 2008 im Mixed, könnte am Sonntag seinen dritten Titelgewinn bei den YONEX German Open im Herrendoppel verbuchen: Bereits im Jahr 2006 siegte er in Mülheim an der Ruhr gemeinsam mit Jung Jae Sung, drei Jahre später ließ er an gleicher Stelle zusammen mit Shin Baek Choel die gesamte Konkurrenz hinter sich. Jung Jae Sung/Lee Yong Dae bezwangen in ihrer Halbfinalpartie die WM-Zweiten Koo Kien Keat/Tan Boon Heong aus Malaysia unerwartet deutlich mit 21:9, 21:11, Kim Ki Jung/Kim Sa Rang behielten in der zweiten Vorschlussrundenpartie mit 18:21, 21:15, 21:15 die Oberhand über ihre Landsleute Ko Sung Hyun/Yoo Yeon Seong.
Im Damendoppel stehen sich im Endspiel eine japanische und eine koreanische Paarung gegenüber. Das an Nummer fünf gesetzte Duo Mizuki Fujii/Reika Kakiiwa machte den Einzug ins Finale mit einem 21:14, 21:13-Sieg über die Koreanerinnen Kim Ha Na/Kim Min Seo, die in Runde eins die deutschen Nationalspielerinnen Carola Bott und Karin Schnaase (BV Gifhorn/SC Union Lüdinghausen) in zwei Durchgängen besiegt hatten, perfekt. Ha Jung Eun/Kim Min Jung, Gewinnerinnen der Achtelfinalpartie gegen die an Nummer acht gesetzten Deutschen Meisterinnen Sandra Marinello/Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel), bezwangen durch ihren 21:17, 26:24-Erfolg im Halbfinale über die Japanerinnen Shizuka Matsuo/Mami Naito eine weitere Paarung mit Setzplatz (7).
Die Flagge Europas hält das Mixed Robert Blair/Gabrielle White hoch. Die an Nummer sechs gesetzte schottisch-englische Kombination zog ebenso ins Finale der YONEX German Open 2011 ein wie die japanische Paarung Shintaro Ikeda/Reiko Shiota, die im Achtelfinale die Deutschen Vizemeister Johannes Schöttler/Sandra Marinello (1. BC Bischmisheim/1. BC Düren) ausgeschaltet hatte. Robert Blair erhält damit zum zweiten Mal in Folge die Chance, bei dem – diesmal sogar – mit 120.000 US-Dollar dotierten Turnier (2010: 80.000 US-Dollar) den Titel zu gewinnen. 2010 erreichte er an der Seite von Imogen Bankier (ebenfalls Schottland) das Endspiel, musste darin aber aufgrund einer Verletzung im ersten Satz aufgeben. In diesem Jahr besiegte er seine letztmalige Doppelpartnerin im Halbfinale mit 21:17, 21:17. Imogen Bankier trat bei den 54. Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland gemeinsam mit dem Engländer Chris Adcock an. Die Briten waren in Mülheim an der Ruhr an Position sieben notiert. Shintaro Ikeda/Reiko Shiota verzeichneten einen 21:19, 21:17-Halbfinalerfolg über die Nummer drei der Setzliste, Songphon Anugritayawon/Kunchala Voravichitchaikul aus Thailand.
Die Finalspiele nach Nationen:
(aufgeführt gemäß Spielreihenfolge am Sonntag)
DD: KOR – JPN
MX: SCO/ENG – JPN
HE: CHN – CHN
DE: CHN – JPN
HD: KOR – KOR
Hoher Besuch aus Japan
Auch in diesem Jahr wurde den Organisatoren der YONEX German Open die Ehre zuteil, dass ranghohe Repräsentanten der YONEX CO., LTD. aus Tokio das Turnier besuchten. So verfolgten 2011 Shuichi Yoneyama (Managing Director, Director of Product Development) und Gunho Kim (Sales Representative Sales & Marketing Division) das Geschehen in der RWE-Sporthalle. Shuichi Yoneyama ist der Neffe des Firmengründers Minoru Yoneyama, der vor zwei Jahren die YONEX German Open besucht hatte, und Cousin von Ben Yoneyama, der 2010 anlässlich der Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland nach Mülheim gekommen war.
Eröffnung
Renate aus der Beek, Bürgermeisterin der Stadt Mülheim an der Ruhr
„Badminton ist in Mülheim wieder in. Dafür sorgen auch die YONEX German Open. Sie sind in jedem Jahr ein sportlicher Höhepunkt in der Stadt“, sagte Renate aus der Beek bei der offiziellen Eröffnung und erinnerte in ihrer Rede zugleich an die Eröffnung des nur ca. 200 m von der RWE-Sporthalle entfernt gelegene Badminton-Spitzensportzentrums etwa einen Monat zuvor. Einen großen Dank sprach Renate aus der Beek der Firma YONEX für deren „herausragendes Engagement“ aus. Genauso dankte sie dem 1. BV Mülheim: Er trägt „seit vielen Jahren dazu bei, dass das Turnier und der Badmintonsport insgesamt in Mülheim so erfolgreich sind“. Ebenso dankte die Bürgermeisterin dem Organisationsteam um Turnierdirektor Boris Reichel für die geleistete Arbeit.
Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW)
„Ich find´s klasse, dass wir hier in Nordrhein-Westfalen Badminton auf Weltklasse-Niveau erleben können und sich zudem hier das Zentrum der Bundesrepublik im Badminton befindet. Wir müssen gemeinsam schauen, wie wir diesem Sport zu dem Image verhelfen, das er verdient hat. Wo ich und die Landesregierung es können, werden wir den Badmintonsport gerne unterstützen.“
Karl-Heinz Kerst, Präsident des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV)
„Die wichtigsten Personen neben den Spielern sind Sie auf der Tribüne“, sagte Karl-Heinz Kerst an die rund 2.300 Zuschauer in der ausverkauften Mülheimer RWE-Sporthalle gerichtet. „Mit Ihrer Begeisterung bieten Sie den Spielen den entsprechenden Rahmen.“ Der DBV-Präsident begrüßte insbesondere Mülheims Bürgermeisterin Renate aus der Beek, Ministerin Barbara Steffens und Shuichi Yoneyama von der Firma YONEX.
(Ehrung der Personen, die in den vergangenen 25 Jahren - seit die Firma YONEX als Haupt- und Titelsponsor des Turniers fungiert - als Turnierdirektor tätig waren - Teil 1)
(Ehrung der Personen, die in den vergangenen 25 Jahren - seit die Firma YONEX als Haupt- und Titelsponsor des Turniers fungiert - als Turnierdirektor tätig waren - Teil 2)
(Ehrung der Firma YONEX für 25 Jahre Haupt- und Titelsponsoring der Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland)
(Ehrung von Rachmat Hidajat, Promotion Manager bei der Firma YONEX)
Dank an die Firma YONEX und die Turnierdirektoren seit 1986
Feierlicher Auftakt des Halbfinaltags: Anlässlich des „Silbernen Jubiläums“ der Firma YONEX, die in diesem Jahr zum 25. Mal in Folge als Haupt- und Titelsponsor der Internationalen Badminton-Meisterschaften von Deutschland fungiert, zeigten die Organisatoren eine von Wilfried Luchtenberg kommentierte Diashow, in der sie die German Open seit 1986 Revue passieren ließen. DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst ehrte anschließend zunächst die Personen, die in dieser Zeit als Turnierdirektoren für die prestigeträchtige Veranstaltung verantwortlich zeichneten (Hans-Hermann Drüen und Uwe Busch für Duisburg, Hartmut Kühler für Düsseldorf, Uwe Scherpen für Leverkusen und Boris Reichel für Mülheim an der Ruhr; vgl. Sie dazu auch die ausführliche Geschichte im Turniermagazin, das auf dieser Seite zum Download bereit steht), bevor er dem aktuellen Geschäftsführer der YONEX GmbH, Yoshihiro Yano, für das herausragende Engagement des japanischen Sportartikelherstellers in den vergangenen 25 Jahren seinen Dank aussprach. Eine besondere Ehrung wurde Rachmat Hidajat, Promotion Manager der YONEX GmbH zuteil: Er war von Beginn an für die Firma YONEX im Einsatz und hilft seitdem – nicht nur, aber auch – bei den YONEX German Open nach Leibeskräften, wo er kann. Eine „gute Seele“, die eine solche Ehrung wahrlich verdient hat!
„Die Stimme der German Open“ wurde verabschiedet
Nach mehr als 20 Jahren als Hallensprecher bei den YONEX German Open führt Wilfried Luchtenberg 2011 zum letzten Mal durch die Veranstaltung. Die ehemalige Badminton-Nationalspielerin Christine Skropke, die viele Jahre gemeinsam mit Wilfried Luchtenberg das Turber moderierte, bedankte sich bei dem TV-Moderator und ausgewiesenen Badminton-Experten für seine langjährige Arbeit. „Wilfried Luchtenberg hat vor mehr als 25 Jahren das Fernsehen zum Badminton gebracht und sich immer für unseren Sport eingesetzt“, sagte Christine Skropke.
Sponsorenempfang
Erneut lud der Deutsche Badminton-Verband (DBV) am Finalwochenende zu einem Sponsorenempfang ein. Neben den Vertretern des DBV und der Vermarktungsgesellschaft Badminton Deutschland mbH (VBD) begrüßte auch Mülheims Bürgermeisterin Renate aus der Beek die Gäste.
TTD U14 trainierte mit dem Chef-Coach
Schöne Abwechslung für einige von Deutschlands besten Nachwuchsassen: Rainer Diehl, Bundestrainer Talententwicklung, hatte das Talentteam Deutschland U14 (TTD U14) zu einem Lehrgang nach Mülheim an der Ruhr eingeladen – just, als die YONEX German Open 2011 in die Endphase gingen. Am Halbfinaltag durften die Mädchen und Jungen auf den Spielfeldern trainieren, auf denen kurze Zeit später Weltklasse-Athletinnen und -Athleten um den Einzug ins Finale spielten. Weiteres Highlight: Die Teenager wurden dabei auch von Chef-Bundestrainer Jakob Høi angeleitet.
"Wir wollten die Möglichkeit nutzen, Top Badminton zu sehen und für die technisch-taktische Entwicklung der Jugendlichen zu nutzen. Das heißt: Spielbeobachtung in der RWE-Halle und Trainingseinheiten im Badminton-Spitzensportzentrum Mülheim und in der RWE-Halle wechselten sich ab. Wir haben den Lehrgang intensiv zur Verbesserung der gedanklichen Spielkontrolle genutzt", erläuterte Rainer Diehl.
7x Korea, 4x Japan
(05.03.2011, CP) Auch in den Halbfinals ist Korea zahlenmäßig am stärksten vertreten: An sechs der zehn Vorschlussrundenpartien sind Spielerinnen bzw. Spieler aus Korea beteiligt. In einer Halbfinal-Begegnung (Herrendoppel) stehen sich sogar zwei koreanische Duos gegenüber, so dass die Nation insgesamt noch sieben Einzelspieler bzw. Paarungen „im Rennen“ hat.
Zweiterfolgreichste Nation ist Japan, das vier Chancen auf den Einzug ins Finale hat: dreimal im Doppel und einmal im Einzel. China ist in drei Halbfinalspielen vertreten, ausschließlich im Einzel.
Jeweils zweimal sind am Finalwochenende Aktive aus Thailand, Malaysia, England und Schottland bei den YONEX German Open 2011 dabei. Fest steht schon jetzt, dass ein Endspiel unter Beteiligung europäischer Badmintonasse ausgetragen wird: In einem der beiden Halbfinalspiele des Mixed-Wettbewerbs stehen sich die schottisch-englischen bzw. englisch-schottischen Kombinationen Robert Blair/Gabrielle White und Chris Adcock/Imogen Bankier gegenüber. Interessant dabei: Im Vorjahr traten Robert Blair und Imogen Bankier gemeinsam bei den YONEX German Open an und waren ebenfalls sehr erfolgreich. Sie zogen ins Endspiel ein, in welchem sie dann aber wegen einer Verletzung bei Robert Blair im ersten Satz aufgeben mussten.
Die Topgesetzten sind nur noch im Herreneinzel und Herrendoppel vertreten. Bemerkenswert auch: Siebenmal schafften es ungesetzte Spieler/innen bzw. Paarungen ins Halbfinale.


























